„Wo schreiben wir die Stelle eigentlich aus?" – diese Frage steht am Anfang fast jeder Personalsuche im öffentlichen Dienst. Die kurze Antwort: Es gibt einige zentrale Stellenbörsen, allen voran Interamt, dazu service.bund.de und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Die längere Antwort ist wichtiger: Welche Börse zu welcher Stelle passt – und warum die Börse allein heute oft nicht mehr genügend Bewerbungen bringt.

Dieser Beitrag gibt Personalverantwortlichen in Verwaltung, Kommunen und kommunalen Betrieben einen nüchternen Überblick: die wichtigsten Stellenbörsen für den öffentlichen Dienst, ein direkter Vergleich, die Kostenfrage und eine ehrliche Einordnung, wo Ausschreiben endet und aktive Personalgewinnung beginnt. So viel vorweg: Diese Portale sind unverzichtbar als Pflichtbasis – aber genau weil sie jeder nutzt, entscheiden sie keine schwierige Besetzung.

Auf den Punkt

Die wichtigste Stellenbörse für den öffentlichen Dienst ist Interamt, ergänzt um service.bund.de und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Sie sind günstig bis kostenlos und decken die Pflichtbekanntmachung sowie aktiv Suchende ab. Mehr leisten sie aber nicht: Sie erreichen kaum die rund 70 Prozent Fachkräfte, die nicht aktiv suchen – und genau dort, bei den schwer besetzbaren Stellen, hilft eine Ausschreibung allein nicht weiter. Die Antwort darauf ist kein weiteres Portal, sondern ein Talent-Radar, das auf 240+ Plattformen präsent ist, die Ihre Fachkräfte ohnehin täglich nutzen.

Was ist eine Stellenbörse für den öffentlichen Dienst?

Eine Stellenbörse für den öffentlichen Dienst ist ein Online-Portal, auf dem Behörden, Kommunen und kommunale Betriebe ihre offenen Stellen veröffentlichen und Bewerbende gezielt nach Jobs im öffentlichen Sektor suchen. Anders als allgemeine Jobportale sind diese Börsen auf Verwaltung, Daseinsvorsorge und den TVöD-/TV-L-Kontext zugeschnitten – mit Filtern nach Laufbahn, Entgeltgruppe, Behörde und Region.

Für öffentliche Arbeitgeber erfüllen sie zwei Funktionen zugleich: Sie sind Recruiting-Kanal und zugleich oft Teil der formal geforderten Ausschreibung. Genau deshalb führt an ihnen kaum ein Weg vorbei – sie sind die Pflicht, nicht die Kür.

~90.000 Stellen pro Jahr werden über Interamt ausgeschrieben, das zentrale Karriereportal des öffentlichen Dienstes
3.000+ öffentliche Arbeitgeber nutzen Interamt für ihre Stellenausschreibungen
~20–30 % der passenden Fachkräfte suchen aktiv – nur sie erreicht eine reine Ausschreibung
~70 % sind latent wechselbereit, lesen aber keine Stellenanzeigen

Die wichtigsten Stellenbörsen im Überblick

Der öffentliche Sektor hat eine eigene Portallandschaft, ergänzt um die großen privaten Jobbörsen. Eines vorweg: Diese Kanäle sind die Pflichtbasis, die praktisch jeder öffentliche Arbeitgeber bespielt – also kein Wettbewerbsvorteil, sondern der gemeinsame Nenner, auf dem Sie mit allen anderen um dieselben knappen Fachkräfte konkurrieren. Diese sechs sind in der Praxis am relevantesten:

1. Interamt – das zentrale Portal des öffentlichen Dienstes

Interamt ist seit 2008 das zentrale Karriereportal des öffentlichen Dienstes, betrieben von der DVZ Mecklenburg-Vorpommern, mit rund 90.000 Stellen pro Jahr und über 3.000 angeschlossenen Arbeitgebern. Für die Pflichtausschreibung führt daran kaum ein Weg vorbei. Der Haken: Interamt zeigt Ihre Stelle praktisch nur denen, die ohnehin schon gezielt im öffentlichen Dienst nach einem Job suchen – also einer kleinen Minderheit der passenden Fachkräfte. Wer fest im Job sitzt, schaut hier nie vorbei.

2. service.bund.de – das Verwaltungsportal des Bundes

service.bund.de bündelt Stellen, Ausbildungsplätze und Ausschreibungen der öffentlichen Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen und ist für Behörden in der Regel kostenfrei. Es sorgt für amtliche Grundsichtbarkeit – mehr aber auch nicht. Ohne jede Zielgruppenschärfe steht Ihre Anzeige neben tausenden anderen und wird nur von denen gefunden, die aktiv danach suchen.

3. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist kostenfrei und bringt sehr viel Reichweite – allerdings völlig ungezielt über alle Branchen hinweg. Einen Fokus auf den öffentlichen Dienst gibt es nicht, sodass Verwaltungsstellen in der schieren Masse untergehen. Als Basisabdeckung sinnvoll, als Hebel für eine schwer besetzbare Stelle aber kaum brauchbar.

4. Landes- und Karriereportale der Bundesländer

Viele Länder betreiben eigene Karriereportale für den Landesdienst (etwa für Bayern oder andere Flächenländer). Sie sind für Landesbehörden meist kostenfrei und regional gut sichtbar, aber auf den jeweiligen Landes- bzw. Behördenkontext begrenzt – für eine Kommune oder einen Zweckverband also nur eingeschränkt relevant.

5. Private Jobbörsen: StepStone, Indeed & Spezialportale

Kommerzielle Börsen wie StepStone oder Indeed bieten Reichweite und gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen – kosten aber Geld, und das im direkten Bieterwettbewerb mit der zahlungskräftigen Privatwirtschaft. Unterm Strich kaufen Sie sich teuer Sichtbarkeit bei genau der Gruppe ein, die ohnehin schon aktiv sucht. Die eigentlich knappen Fachkräfte erreichen Sie auch hier nicht.

6. Amtsblatt, Mitteilungsblatt & eigene Karriereseite

Der klassische Weg: die Ausschreibung im Amts- oder Mitteilungsblatt und auf der eigenen Website. Das erfüllt die Pflichtbekanntmachung und bindet die örtliche Öffentlichkeit, hat über den eigenen Ort hinaus aber kaum Reichweite. Als alleiniger Kanal reicht er bei knappen Fachkräften nicht mehr aus.

Stellenbörsen im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet die Kanäle nach Träger, Kosten – und vor allem danach, wen sie erreichen und wen nicht. Der Blick lohnt sich besonders auf die letzte Spalte: Der blinde Fleck ist bei allen praktisch derselbe.

Portal / KanalTräger / SchwerpunktKosten für ArbeitgeberDeckt abBlinder Fleck
InteramtDVZ M-V · zentrales öD-Portalnutzungs-/mitgliedschaftsabhängighohe Sichtbarkeit im öD, integrierter Bewerbungsprozesserreicht v. a. aktiv Suchende
service.bund.deBund · Verwaltungsportali. d. R. kostenfrei für Behördenamtlich, Bund/Länder/Kommunen gebündeltwenig Zielgruppen-Schärfe
Jobbörse BundesagenturBundesagentur für Arbeitkostenfreisehr große Reichweitekein öD-Fokus, viel Streuung
Landes-/KarriereportaleBundesländermeist kostenfrei für Landesbehördenregional & landesbezogen sichtbarauf Landeskontext begrenzt
StepStone, Indeed & Co.privat · alle BranchenkostenpflichtigReichweite, Suchmaschinen-Indexierungteuer, weiterhin nur aktiv Suchende
Amtsblatt / eigene SeiteKommune selbstgeringPflichtbekanntmachung, lokale Bindungkaum Reichweite über den Ort hinaus

Was kostet eine Stellenanzeige im öffentlichen Dienst?

Für Bewerbende ist die Nutzung aller genannten Börsen kostenlos. Für Arbeitgeber teilt sich das Feld:

  • Öffentliche Portale wie service.bund.de oder die Jobbörse der Bundesagentur sind für Behörden in der Regel kostenfrei. Bei Interamt hängen die Konditionen von Träger und Nutzungsmodell ab – viele Häuser schreiben im Rahmen einer Mitgliedschaft oder eines Kooperationsvertrags aus.
  • Private Börsen wie StepStone oder Indeed kosten je nach Laufzeit, Platzierung und Region pro Anzeige – im hart umkämpften Technik- und IT-Segment schnell mehrere Hundert bis über tausend Euro.
  • Amtsblatt und eigene Website verursachen kaum direkte Kosten, dafür aber den höchsten „blinden Fleck" bei der Reichweite.

Die eigentliche Kostenfrage ist jedoch eine andere. Nicht der Anzeigenpreis entscheidet, sondern die Dauer der Vakanz: Eine über Monate unbesetzte Schlüsselstelle belastet das Team, verzögert Projekte und gefährdet im schlechtesten Fall Förderfristen. Gemessen daran sind die Anzeigenkosten zweitrangig – teuer wird vor allem die Stelle, die niemand besetzt.

Welche Stellenbörse passt zu welcher Stelle?

Nicht jede Stelle braucht denselben Aufwand. Eine grobe Faustregel:

  • Klassische Verwaltungsstellen mit gutem Bewerbermarkt (z. B. Sachbearbeitung in einer attraktiven Lage) lassen sich über Interamt plus eigene Karriereseite häufig solide besetzen. Hier reicht die Pflicht-Kombination oft aus.
  • Stellen mit Bundes- oder Landesbezug profitieren zusätzlich von service.bund.de bzw. dem jeweiligen Landesportal.
  • Engpass- und Mangelberufe – Bauingenieur:innen, IT, technische Berufe, Erzieher:innen, Wassermeister:innen, Netzmeister:innen – sind über Börsen allein kaum zu besetzen. Hier liegt das Problem nicht am Portal, sondern daran, dass die passenden Menschen gar nicht suchen.

Damit verschiebt sich die Frage: Nicht „auf welcher Börse?", sondern „wie erreichen wir die, die gar nicht auf einer Börse unterwegs sind?". Genau hier endet, was eine Stellenbörse leisten kann.

Warum die Stellenbörse allein offene Stellen nicht besetzt

Stellenbörsen haben einen eingebauten blinden Fleck: Sie funktionieren nur, wenn jemand aktiv sucht und von sich aus vorbeischaut. Das tun aber nur etwa 20 bis 30 Prozent der passenden Fachkräfte. Die übrigen rund 70 Prozent sind beschäftigt, mit ihrem Job nicht unzufrieden – und wären für den richtigen Wechsel trotzdem offen. Diese Gruppe sieht keine Anzeige, egal auf welcher Börse.

Vier Gründe, warum die reine Ausschreibung gerade bei den schwierigen Stellen verpufft:

  • Falsches Publikum. Wer fest im Job ist, liest keine Stellenanzeigen. Börsen erreichen aktiv Suchende, nicht die latent Wechselbereiten.
  • Konkurrenz mit der Privatwirtschaft. Bei Technik, IT und Ingenieurprofilen spricht die Privatwirtschaft dieselben Menschen aktiv an. Eine Ausschreibung, die nur darauf wartet, gefunden zu werden, tritt dagegen kaum in Erscheinung.
  • Tempo. Eine Anzeige läuft Wochen – die passende Person ist bis dahin oft längst woanders im Gespräch.
  • Unsichtbare Arbeitgebermarke. Viele Kommunen und Betriebe sind ausgezeichnete Arbeitgeber, außerhalb ihrer Region aber kaum bekannt – und in einer Liste von Ausschreibungen erst recht nicht.

Das ist keine Absage an Stellenbörsen. Sie bleiben sinnvoll und decken die Pflicht zuverlässig ab. Es ist ein Argument dafür, sie zu ergänzen. Die Grundlogik dieser Ergänzung beschreibt der Leitfaden zu Neuro-Recruiting; die größere Ausgangslage ordnet der Beitrag zum Fachkräftemangel in Kommunen ein.

Im Vergleich: Welcher Weg besetzt schwierige Stellen?

Hier lohnt ein Perspektivwechsel. Die eigentliche Frage ist nicht „auf welcher Börse schreiben wir aus?" – sondern warum man sich überhaupt für eine einzelne Börse entscheiden sollte. Denn jede Börse hat denselben blinden Fleck: Sie zeigt Ihre Stelle nur denen, die gerade aktiv suchen.

Genau hier setzt der Talent-Radar-Ansatz an. Statt auf einem Portal darauf zu warten, gefunden zu werden, ist es gleichzeitig auf 240+ Plattformen präsent, die Ihre Fachkräfte ohnehin jeden Tag nutzen – von sozialen Netzwerken über Streaming-Dienste bis zu Apps des Alltags – und spricht die passenden Profile dort an, regional auf Ihren Umkreis ausgesteuert. So erreichen Sie nicht nur die 20 bis 30 Prozent aktiv Suchenden, sondern auch die rund 70 Prozent, die keine Stellenanzeige je aufrufen.

Warum sich überhaupt für eine Stellenbörse entscheiden, wenn ein Talent-Radar auf 240+ Plattformen präsent ist, die Ihre Fachkräfte sowieso jeden Tag nutzen?
Der Grundgedanke des Talent-Radar-Ansatzes

Dahinter stehen vier Prinzipien – die genaue Mechanik richtet sich nach Rolle, Region und Betrieb:

1. Die konkrete Stelle sichtbar machen

Nicht „abwechslungsreiche Tätigkeit", sondern das echte Vorhaben benennen – das konkrete Projekt, das Team, der Beitrag für die Region. Das ist der Unterschied zwischen einer austauschbaren Anzeige und einem Grund, hinzuhören.

2. Regional denken, im Radius der Pendelbarkeit

Die meisten Verwaltungs- und Technikstellen sind Pendelstellen. Die passenden Profile leben fast immer in der Nähe – und genau dort sollte die Ansprache ausgesteuert werden, statt bundesweit zu streuen.

3. Die Vergütung ehrlich und vollständig zeigen

„Vergütung nach TVöD" sagt den meisten nichts. Wer tatsächliches Bruttogehalt, Zulagen, Zusatzversorgung, Jobticket und Sicherheit konkret vorrechnet, macht den öffentlichen Dienst gegenüber der Privatwirtschaft erst vergleichbar.

4. Dort sichtbar sein, wo die Zielgruppe ohnehin ist

Passiv Suchende erreicht man nicht im Stellenmarkt, sondern dort, wo sie ihre Zeit verbringen: in sozialen Netzwerken, auf Streaming-Diensten und in Apps des Alltags, regional ausgesteuert. Welche Kanäle, welche Botschaft und welches Budget im Einzelfall greifen, lässt sich datenbasiert ermitteln und ist Teil der konkreten Umsetzung, nicht des allgemeinen Prinzips.

Stellt man die gängigen Wege nebeneinander und bewertet sie danach, wie zuverlässig sie schwer zu besetzende Stellen tatsächlich füllen, ergibt sich ein klares Bild. Die folgende Einschätzung bewertet vier Kriterien auf einer Skala von einem bis fünf Sternen – eine redaktionelle Einordnung, kein wissenschaftlicher Test:

WegPassiv Wechselwillige erreichenZielgenauigkeitTempoGesamt
Talent-Radar-Ansatz Empfehlung★★★★★★★★★★★★★★☆★★★★★
Stellenbörsen (Interamt, service.bund.de)★☆☆☆☆★★★☆☆★★☆☆☆★★☆☆☆
Private Jobbörsen (StepStone, Indeed)★☆☆☆☆★★☆☆☆★★☆☆☆★★☆☆☆
Amtsblatt / eigene Karriereseite★☆☆☆☆★★☆☆☆★☆☆☆☆★☆☆☆☆

Das Muster ist eindeutig: Für klassische Verwaltungsroutine reichen die Börsen. Sobald eine Stelle als „schwer besetzbar" gilt – Technik, IT, Ingenieurwesen, Erziehung, Versorgung –, fällt ihre Bewertung ab, weil sie die entscheidende Gruppe der passiv Wechselwilligen kaum erreichen. Der Talent-Radar-Ansatz setzt genau an diesem Punkt an und führt die Bewertung deshalb an.

Belege aus der Praxis

Keine Theorie: drei dokumentierte Beispiele aus dem öffentlichen Dienst, in denen ein aktiver, mehrkanaliger Ansatz schwer besetzbare Stellen gefüllt hat.

3 Kita-Stellenbesetzt in 3 Wochen

„Wir konnten bereits nach 3 Wochen unsere 3 offenen Stellen in unseren Kindergärten besetzen."

Simon Schuster · Hauptamtsleiter, Gemeinde Bühlertann
Ortsbaumeisterbesetzt in 2 Wochen

„Bereits nach 2 Wochen konnten wir die wichtige Stelle des Ortsbaumeisters erfolgreich besetzen."

Martin Reiser · Gemeinde Schwendi
4 offene Stellenbesetzt in 4 Wochen

„Nach nur 4 Wochen waren all unsere 4 offenen Stellen besetzt."

Marco Hampele · Geschäftsführer, energieZENTRUM

Dokumentierte Ergebnisse aus Recruiting-Mandaten im öffentlichen Dienst. Weitere Beispiele: Kundenergebnisse.

Wie viele Fachkräfte findet Ihr Talent-Radar im Umkreis?

Das lässt sich für Ihre konkrete Stelle ausrechnen. Im kostenlosen Erstgespräch (30 Min., unverbindlich) sehen Sie, wie viele passende Profile in Ihrem Umkreis leben und wie schnell sich die Stelle realistisch besetzen lässt – in der Praxis oft in 4 bis 8 Wochen. Ohne Provision, mit Einstellungsgarantie als Vertragsbestandteil.

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Fazit: Womit Sie jetzt anfangen können

Die Stellenbörse ist und bleibt die richtige Pflichtbasis – Interamt voran, ergänzt um service.bund.de, die Jobbörse der Bundesagentur und die eigene Karriereseite. Bei den schwierigen Stellen entscheidet aber, ob Sie über die Börse hinaus aktiv werden. Vier Schritte, die jede Personalleitung kurzfristig gehen kann:

  1. Stellenanzeige schärfen: die konkrete Aufgabe und das Projekt benennen statt einer reinen Anforderungs-Liste.
  2. Vergütung vollständig zeigen: Eingruppierung, Zulagen, Jobticket und Zusatzversorgung in echten Euro vorrechnen.
  3. Bewerbungsweg verkürzen: eine mobile Kurzbewerbung mit wenigen Feldern und eine schnelle Rückmeldung einrichten.
  4. Markt prüfen: klären, wie viele passende Profile im erreichbaren Umkreis überhaupt leben, bevor Reichweite eingekauft wird.

Den vierten Schritt – die belastbare Marktzahl für genau diese Stelle – kann man nicht aus dem Bauch schätzen. Diese Zahl und die Aussteuerung über ein Talent-Radar lassen sich vorab ermitteln, in der Regel in einem kurzen Erstgespräch, bevor weitere Wochen in Ausschreibungen fließen.

FAQ: Häufige Fragen zur Stellenbörse im öffentlichen Dienst

Was ist die wichtigste Stellenbörse für den öffentlichen Dienst?

Das zentrale Portal ist Interamt, das Karriereportal des öffentlichen Dienstes (betrieben von der DVZ Mecklenburg-Vorpommern), mit rund 90.000 ausgeschriebenen Stellen pro Jahr und über 3.000 angeschlossenen Arbeitgebern. Daneben sind service.bund.de als Verwaltungsportal des Bundes und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit die wichtigsten öffentlichen Anlaufstellen.

Ist Interamt kostenlos?

Für Bewerberinnen und Bewerber ist die Nutzung kostenlos; Registrierung und Bewerbung laufen direkt über das Portal. Für Arbeitgeber hängen die Konditionen vom Träger und vom gewählten Nutzungsmodell ab. Viele Kommunen und Behörden schreiben im Rahmen einer Mitgliedschaft oder eines Kooperationsvertrags aus.

Müssen Kommunen ihre Stellen über Interamt oder das Amtsblatt ausschreiben?

Ob und wo ausgeschrieben werden muss, ergibt sich aus Landesrecht, Hauptsatzung und tarif- bzw. dienstrechtlichen Vorgaben sowie dem Grundsatz der Chancengleichheit. Eine öffentliche Bekanntmachung, etwa im Amtsblatt, ist häufig vorgesehen, schließt zusätzliche Kanäle aber nicht aus. Im Gegenteil sind sie meist nötig, um genug Bewerbungen zu erhalten. Die verbindliche Einordnung sollte im Einzelfall mit dem Haupt- oder Personalamt erfolgen.

Warum erhalten wir trotz Ausschreibung zu wenige Bewerbungen?

Stellenbörsen erreichen vor allem aktiv Suchende, und das sind nur etwa 20 bis 30 Prozent der passenden Fachkräfte. Die übrigen rund 70 Prozent sind beschäftigt, mit ihrem Job nicht unzufrieden und lesen keine Stellenanzeigen, wären für den richtigen Wechsel aber offen. Wer nur ausschreibt, sieht diese Gruppe schlicht nicht.

Welche Alternative gibt es zu Stellenbörsen im öffentlichen Dienst?

Statt sich für eine einzelne Börse zu entscheiden, lohnt ein Talent-Radar: ein Ansatz, der gleichzeitig auf 240+ Plattformen präsent ist, die die gesuchten Fachkräfte ohnehin täglich nutzen, und die passenden Profile dort regional anspricht. So werden auch die rund 70 Prozent erreicht, die nie eine Stellenanzeige aufrufen. Die Pflichtausschreibung über eine Stellenbörse bleibt daneben bestehen – sie wird also nicht ersetzt, aber als alleiniger Weg überflüssig.

Jannik Linke
Über den Autor: Jannik Linke

Jannik Linke ist Geschäftsführer von Clementine Media. Seit 2021 hat sein Team 150+ Recruiting-Mandate für Kommunen, Zweckverbände und kommunale Betriebe in Deutschland umgesetzt, von der bayerischen Gemeinde mit 800 Einwohnern bis zum Landkreis mit 270.000. Schwerpunkt: Stellen, die zuvor monatelang offen waren.

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